Eine Bubble Waffle ist eine Waffel aus Hongkong, deren eihaltiger Teig in einem speziellen Eisen mit halbkugelförmigen Mulden gebacken wird. So entstehen viele zusammenhängende Kugeln, die außen knusprig und innen luftig-weich sind. Auf Kantonesisch heißt sie gai daan jai, etwa „kleine Eier“, im Englischen auch Egg Waffle oder Eggette. Aufgekommen ist sie in den 1950er-Jahren als Straßensnack in Hongkong; wer sie erfunden hat, ist nicht dokumentiert.
Was ist eine Bubble Waffle?
Eine Bubble Waffle sieht aus wie eine Platte aus vielen kleinen, zusammenhängenden Kugeln. Diese Form entsteht im Bubble-Waffeleisen, auch Hongkong-Waffeleisen genannt, dessen Platten runde Mulden haben. Nach dem Einfüllen des Teigs wird das Eisen geschlossen und sofort gewendet. Dabei bilden sich die hohlen Kugeln.
Typisch ist der Kontrast in der Textur: außen knusprig, innen luftig-weich. Laut einem Archivartikel des HK Magazine (South China Morning Post) ist eine Kugel dann ideal, wenn sie eine dünne, knusprige Schale, eine Luftkammer und eine etwas feuchtere, dichtere untere Schicht hat. Erreicht wird das durch das schnelle Wenden der Form.
Unterschied zur klassischen Waffel
Klassische Waffeln, etwa belgische oder deutsche, haben ein Muster aus eingedrückten Vertiefungen. Bei der Bubble Waffle wölben sich dagegen Halbkugeln nach außen, wie die Gastro-Fachseite HOGAPAGE beschreibt. Daraus ergeben sich weitere Besonderheiten:
- Gerät: Für Bubble Waffles brauchst du ein eigenes Eisen mit runden Mulden. In einem normalen Waffeleisen lässt sich die typische Form nicht backen.
- Backen: Das Eisen wird nach dem Einfüllen des Teigs gewendet, damit die Kugeln entstehen.
- Textur: Eine dünne, knusprige Schale umschließt weiche, luftige Kugeln.
Gai Daan Jai, Egg Waffle, Eggette: die Namen der Bubble Waffle
In Hongkong heißt die Waffel gai daan jai, je nach Umschrift auch gai daan zai. Übersetzt bedeutet das etwa „kleine Eier“ oder „kleine Hühnereier“, eine Anspielung auf die Form der Kugeln. Im Englischen sind mehrere Bezeichnungen verbreitet: Egg Waffle, Eggette, Egg Puff und Bubble Waffle. Im Deutschen ist außerdem der Name Hongkong-Waffel gebräuchlich.
Gemeint ist mit all diesen Namen dasselbe Gebäck. „Bubble“ stammt aus dem westlichen Sprachgebrauch: Die Kugeln erinnern an Blasen, manche vergleichen sie mit Luftpolsterfolie. Ursprünglich sollte die Form aber keine Blasen nachahmen, sondern Eier.
Woher kommt die Bubble Waffle?
Die Bubble Waffle stammt aus Hongkong und kam dort nach übereinstimmenden Berichten in den 1950er-Jahren auf. Schriftliche Belege zu ihrer Entstehung gibt es nicht. Die Journalistin Maggie Wong fand für einen Beitrag bei CNN Travel keine Dokumente. Der Dozent Siu Yan Ho von der Lingnan University in Hongkong erklärt das dort damit, dass über ein so alltägliches Essen niemand Aufzeichnungen geführt habe.
Zwei Erklärungen für die Eierform
Über die Entstehung kursieren zwei Erzählungen, die sich widersprechen:
- Verwertung übrig gebliebener Eier: Nach einer verbreiteten Überlieferung verarbeiteten Ladenbesitzer angeschlagene oder unverkäufliche Eier mit Mehl, Zucker und Kondensmilch zu einem Teig. Siu Yan Ho hält diese Version für die wahrscheinlichste und verortet sie in der wirtschaftlich schwierigen Nachkriegszeit.
- Eier nur vorgetäuscht: Nach einer anderen Version enthielt der frühe Teig kaum oder gar kein Ei, weil Eier teuer waren. Die Eierform sollte das kaschieren, wie Global Voices berichtet.
Siu Yan Ho vermutet außerdem, dass die Waffel durch die Eierform nahrhafter wirken sollte. Belegt ist keine der Erklärungen.
Vom Holzkohlefeuer zum Elektrogerät
Früher wurden Bubble Waffles über Holzkohle gebacken, heute meist in elektrischen Geräten. Verkauft wurden sie anfangs auch in einzelnen Kugeln, weil sich nicht jeder eine ganze Waffel leisten konnte. Eine Waffel hat laut einem Hongkonger Waffeleisen-Hersteller rund 30 Kugeln. Für Straßenhändler änderten sich zudem die Bedingungen: Laut CNN vergab Hongkong ab den 1970er-Jahren keine neuen Lizenzen für Straßenhändler mehr, und in den 1990er-Jahren ließ die Stadt alte Lizenzen verstärkt auslaufen.
Die Bubble Waffle im Original: pur und frisch
Das Original aus Hongkong wird traditionell pur gegessen, also ohne Eis und ohne Sauce, frisch und warm aus dem Eisen. Ein Beispiel für diese klassische Form ist der Anbieter Lee Keung Kee im Hongkonger Stadtteil North Point. Laut dem Hong Kong Tourism Board bietet er nur die Originalsorte an und wurde im Michelin Guide Hong Kong & Macau 2017 erwähnt.
Daneben gibt es in Hongkong auch Waffeln mit Geschmack, etwa Grüntee, Schokolade oder Erdbeere, sowie mit Füllungen wie Schokostückchen, schwarzem Sesam oder gesalzenem Eigelb, wie die Young Post der South China Morning Post beschreibt.
Traditionelle und heutige Bubble Waffle im Vergleich
| Merkmal | Traditionell in Hongkong | Heute verbreitet |
|---|---|---|
| Backen | über Holzkohle | im elektrischen Gerät; für zu Hause gibt es auch Pfannen für den Herd |
| Servierform | pur, frisch und warm | im Westen häufig als Tüte mit Eis, Sahne, Obst und Saucen |
| Geschmack | Originalsorte ohne Toppings | Sorten wie Grüntee, Schokolade oder Erdbeere; in Asien und den USA auch herzhafte Kombinationen |
Quellen: CNN Travel, HK Magazine (South China Morning Post), Young Post, HOGAPAGE.
Bubble Waffle mit Eis: Wie die Eistüte entstand
Die Bubble Waffle als gefüllte Eistüte ist eine deutlich jüngere Entwicklung. Verbreitet hat sie sich vor allem über Europa, wo laut CNN zahlreiche Läden mit aufwendig belegten Varianten eröffneten. Wer die Idee zuerst hatte, ist nicht unabhängig belegt. Der ukrainische Unternehmer Oleg Sabsai sagt von sich, er habe als Erster die Waffel zur Tüte gerollt und mit Eis gefüllt. Nach seiner Darstellung sah er 2013 ein Video eines Hongkonger Straßenverkäufers. Die pure Waffel habe sich bei ihm zunächst kaum verkauft, erst als gefüllte Tüte sei der Erfolg gekommen.
In Deutschland berichtete HOGAPAGE 2018 über die Hongkong-Waffel als neuen Trend aus Fernost. Typisch für die westliche Variante sind Füllungen aus Eis, Sahne, Obst und Saucen. Für die Tütenform wird die Waffel direkt nach dem Backen gefaltet, solange sie noch biegsam ist.
Bubble Waffle Teig: Was gehört hinein?
Ein einheitliches Originalrezept gibt es nicht. Ältere Beschreibungen nennen für den Teig Eier, Mehl, Zucker und Kondensmilch. Heute üblich sind laut Young Post Mehl, Backpulver, Custardpulver, Eier, Zucker und Milch.
Wie stark die Rezepte voneinander abweichen, zeigen zwei Beispiele. Der Rezeptblog What To Cook Today verwendet Tapiokastärke und Custardpulver: Die Stärke soll für eine leicht elastische Textur sorgen, das Custardpulver für das typische Aroma. Als Ersatz nennt der Blog Instant-Vanillepuddingpulver bzw. Speisestärke. Die Testküche des US-Küchenausstatters Williams-Sonoma arbeitet dagegen mit Kuchenmehl, Butter und separat geschlagenem Eiweiß, ganz ohne Custardpulver oder Tapioka.
So wird die Waffel gebacken
Neben elektrischen Geräten gibt es spezielle Pfannen für den Herd. Für eine solche Pfanne beschreibt Williams-Sonoma diesen Ablauf:
- Beide Hälften der Form vorheizen und einfetten.
- Den Teig in eine Hälfte geben, die Form schließen und sofort wenden.
- Je Seite etwa 2 bis 2,5 Minuten backen.
- Die Waffel auf ein Gitter stürzen und dort abkühlen lassen.
Direkt aus der Form ist die Waffel noch weich. Knusprig wird sie erst beim Abkühlen.
Häufige Fragen zur Bubble Waffle
Warum wird meine Bubble Waffle nicht knusprig?
Rezeptquellen nennen vor allem drei Ursachen: Die Form war nicht heiß genug, es wurde zu viel Teig eingefüllt, oder die fertigen Waffeln wurden gestapelt statt einzeln auf einem Gitter abgekühlt. Beim Stapeln weicht Kondenswasser die Schale auf. Ein ehemaliger Straßenhändler aus Hongkong meint zudem, dass die Waffeln bei trockener Winterluft besonders knusprig werden.
Welche Allergene stecken in einer Bubble Waffle?
Ein typischer Teig enthält Weizenmehl, Eier und Milch. Glutenhaltiges Getreide, Eier und Milch gehören zu den 14 Hauptallergenen, die laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unabhängig von der Menge und auch bei loser Ware gekennzeichnet werden müssen. Toppings und Füllungen können weitere Allergene enthalten. Verbindlich ist immer die Allergenangabe des jeweiligen Anbieters.
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