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American Cookies: Herkunft und Geschichte des Chocolate Chip Cookies
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American Cookies: Herkunft und Geschichte des Chocolate Chip Cookies

Butter, Zucker, Mehl und Stücke von Schokolade: So einfach der Chocolate Chip Cookie klingt, so viele Geschichten ranken sich um seine Entstehung. Mal soll ein Zufall in der Küche dahinterstecken, mal ein Rezept, das für einen Dollar den Besitzer wechselte. Wer sich für American Cookies und ihre Herkunft interessiert, landet bei einer Köchin und ihrem Restaurant in Massachusetts in den 1930er-Jahren. Hier erfährst du, wer den Chocolate Chip Cookie erfunden hat, welche Jahreszahlen gesichert sind, was hinter dem Namen Toll House steckt und wie der Keks in den ganzen USA bekannt wurde.

„American Cookies“ ist im Deutschen eine gebräuchliche, aber nicht fest definierte Bezeichnung für Cookies nach US-amerikanischem Vorbild. Der Chocolate Chip Cookie stammt aus den USA: Ruth Graves Wakefield entwickelte ihn für ihr Restaurant Toll House Inn in Whitman, Massachusetts, und veröffentlichte das Rezept 1938 in ihrem Kochbuch, damals unter dem Namen „Toll House Chocolate Crunch Cookie“. Bekannt wurde er über Zeitungen, Radio und den Schokoladenhersteller Nestlé, der das Rezept ab 1939 auf seine Verpackungen druckte und um 1939/1940 vorgeformte Schokoladenstückchen auf den Markt brachte.

Wer hat den Chocolate Chip Cookie erfunden?

Der Chocolate Chip Cookie geht auf Ruth Graves Wakefield (1903–1977) zurück. Sie schloss 1924 eine Ausbildung in Hauswirtschaft an der Framingham State Normal School ab und arbeitete danach als Diätassistentin und Dozentin für Ernährung. Das Henry Ford Museum beschreibt sie als akribische Köchin mit lebensmittelwissenschaftlichem Hintergrund.

1930 eröffnete Wakefield gemeinsam mit ihrem Mann Kenneth das Restaurant Toll House Inn in Whitman, Massachusetts. Es lag an einer Straße zwischen Boston und New Bedford und wuchs laut Henry Ford Museum von sieben auf 60 Tische. Bekannt war das Haus für Hummergerichte und Desserts. Zu Eis servierte das Inn einen dünnen Butterscotch-Keks. Wakefield wollte ihren Gästen nach eigener Aussage „something different“ bieten, also etwas anderes. Daraus entstand der Keks mit Schokoladenstücken.

Wann entstand der Chocolate Chip Cookie?

Gesichert ist das Jahr der ersten Veröffentlichung: Das Rezept erschien 1938 in Wakefields Kochbuch „Toll House Tried and True Recipes“. Laut Library of Congress gilt es unter Food-Historikern als erstes Chocolate-Chip-Cookie-Rezept. Das Kochbuch erschien bis 1977 in 39 Auflagen.

Wann genau Wakefield den Keks entwickelt hat, ist dagegen uneinheitlich überliefert:

  • 1933: So datiert es die Framingham State University, an der Wakefield studiert hatte.
  • Mitte der 1930er-Jahre: So beschreibt es das Yankee Magazine.
  • Etwa 1938: So gibt es das Henry Ford Museum an.

Keine dieser Quellen löst den Widerspruch auf. Belastbar ist deshalb nur die Aussage, dass der Chocolate Chip Cookie in den 1930er-Jahren entstand und spätestens 1938 veröffentlicht wurde.

Zufall oder Absicht: der Mythos vom geschmolzenen Schokoladenkeks

Über die Entstehung kursieren mehrere Zufallsgeschichten. Laut Library of Congress und Yankee Magazine sind vor allem drei Versionen verbreitet:

  • Es fehlten Nüsse, deshalb kam gehackte Schokolade in den Teig.
  • Es fehlte Backschokolade, und Wakefield erwartete, dass die Schokoladenstücke im Ofen schmelzen.
  • Ein ehemaliger Koch des Inns erzählte, Schokolade sei durch die Vibration eines Rührgeräts in den Teig gefallen.

Nach heutigem Stand gelten diese Geschichten als Legenden. Wakefield selbst wies sie in den 1970er-Jahren zurück und beschrieb den Keks als bewusstes Experiment. Diese Darstellung gibt die Library of Congress auf Grundlage einer Recherche der Zeitung MassLive wieder. Auch das Henry Ford Museum spricht von Absicht statt Zufall. Ein Argument ist Wakefields Ausbildung: Erfahrene Bäckerinnen und Bäcker wussten, dass Schokolade für einen Schokoladenteig geschmolzen werden muss.

Die Version mit der Schokolade, die eigentlich schmelzen sollte, entspricht laut The Saturday Evening Post der Werbeerzählung von Nestlé. Der Hersteller verbreitete die Entstehungsgeschichte selbst in Rezeptheftchen.

Vom „Chocolate Crunch Cookie“ zum Toll House Cookie

Der Keks hieß ursprünglich „Chocolate Crunch Cookie“, später „Toll House Chocolate Crunch Cookie“. Fertige Schokoladenchips gab es damals noch nicht. Wakefield schnitt Halbbitter-Schokoladentafeln von Nestlé in erbsengroße Stücke und gab sie in den Teig.

In der Ausgabe von 1940 enthält das Rezept laut Library of Congress Butter, braunen und weißen Zucker zu gleichen Teilen, Eier, Natron, Mehl, Salz, gehackte Nüsse, Vanille und die gehackte Schokolade. Der Teig wurde in halben Teelöffeln aufs Blech gesetzt, eine Teigmenge ergab 100 Kekse. Die Kekse waren klein und knusprig. Daher stammt auch das „Crunch“ im ursprünglichen Namen.

Als Toll House Cookie ist der Keks nach Wakefields Restaurant benannt. Laut Smithsonian Magazine führte Nestlé das Rezept nach dem Erwerb der Rechte unter diesem Namen. Die Bezeichnung „chocolate chip“ setzte sich für den Keks erst um 1940 durch. Älter ist der Ausdruck trotzdem: Ab 1892 bezeichnete er Süßigkeiten, und 1897 ging es in einem Markenrechtsverfahren um „Trowbridge Chocolate Chips“, schokoladenüberzogene Melasse-Stückchen.

Eine verbreitete Geschichte erklärt den Namen „Toll House“, also Mauthaus, damit, dass das Gebäude 1709 als Mautstation gebaut worden sei. Das Henry Ford Museum hält fest, dass das Gebäude nie eine Mautstation war. The Saturday Evening Post zitiert einen Lokalhistoriker, nach dem die Geschichte Marketing war und das Haus aus dem Jahr 1817 stammt.

Welche Rolle spielte Nestlé?

Das Rezept stammt von Ruth Wakefield, nicht von Nestlé. Seine Beliebtheit steigerte aber den Absatz der Nestlé-Schokoladentafeln, besonders in Neuengland. 1939 bat Nestlé um die Erlaubnis, das Rezept auf die eigenen Verpackungen zu drucken. Als Gegenleistung erhielt Wakefield nach gängiger Darstellung lebenslang Schokolade.

Aus dem Rezept entwickelte Nestlé schrittweise ein neues Produkt:

  1. Zunächst kauften Bäckerinnen und Bäcker ganze Tafeln und hackten sie selbst.
  2. Dann ritzte Nestlé die Tafeln vor und legte einen kleinen Hacker bei.
  3. Schließlich kamen vorgeformte Schokoladenstückchen in Tüten auf den Markt, die „Morsels“.

Wann die Morsels eingeführt wurden, geben die Quellen unterschiedlich an: Das Henry Ford Museum nennt 1939, die Library of Congress 1940. Laut Library of Congress waren Schokoladenstückchen vor 1940 nicht im Massenmarkt erhältlich. Die Chips sind also eine Folge des Rezepts und nicht umgekehrt.

Wie wurde der Chocolate Chip Cookie in den USA bekannt?

Neben den Nestlé-Verpackungen sorgten Zeitungen und Radio früh für Bekanntheit. Das Rezept lief laut Library of Congress unter anderem in der Radiosendung „Betty Crocker Cooking School of the Air“. Ein Zeitungsartikel aus Texas vom Oktober 1939 zeigt, dass es schnell über Neuengland hinaus bekannt war.

Im Zweiten Weltkrieg rief Nestlé in Anzeigen dazu auf, Toll House Cookies an Soldaten zu schicken. Das Henry Ford Museum bewahrt eine solche Anzeige aus dem Jahr 1943 auf. Für viele war das laut Museum der erste Kontakt mit dem Keks.

Welche Bedeutung der Keks in seinem Herkunftsstaat hat, zeigt ein Gesetz: Massachusetts hat ihn zum offiziellen Keks des Bundesstaats erklärt. Laut Yankee Magazine geschah das am 9. Juli 1997, angeregt von einer dritten Schulklasse aus Somerset.

American Cookies: Herkunft von Wort und Begriff

Das englische Wort „cookie“ stammt vom niederländischen „koekje“ ab, der Verkleinerungsform von „koek“, also kleiner Kuchen. In der Bedeutung „kleiner, flacher, süßer Kuchen“ ist es laut Online Etymology Dictionary im amerikanischen Englisch ab 1808 belegt. Das Wörterbuch Merriam-Webster nennt 1779 als ersten bekannten Gebrauch.

Im Deutschen ist „Cookie“ ein Lehnwort aus dem Englischen. Laut Duden bedeutet es „Keks, Plätzchen“, der Artikel ist „der“ oder „das“. Die Bezeichnung „American Cookies“ ist dagegen keine feste Fachbezeichnung, sondern eine gebräuchliche Beschreibung.

Häufige Fragen zur Geschichte des Chocolate Chip Cookies

Hat Ruth Wakefield ihr Rezept für einen Dollar an Nestlé verkauft?

So wird es berichtet: Laut Yankee Magazine erhielt sie für die Abdruckrechte neben der Schokolade angeblich einen US-Dollar. Wakefield soll allerdings gesagt haben, den Dollar nie bekommen zu haben.

Gab es Schokoladenkekse schon vor dem Chocolate Chip Cookie?

Ja, aber anders. Laut Library of Congress gab es vor den späten 1930er-Jahren viele Rezepte für Schokoladenkekse, allerdings mit geriebener oder geschmolzener Schokolade, nicht mit Schokoladenstücken. Einige Food-Historiker vermuten laut University of Florida, dass sich der Keks aus älteren „Chocolate Jumbles“ mit viel geraspelter Schokolade entwickelt haben könnte. Gesichert ist diese These nicht.

Handgemachte XL-Cookies bei Crunkie

Seit Wakefields Originalrezept sind viele Varianten entstanden. Die Library of Congress nennt etwa Versionen mit Kokos, Hafer, Erdnussbutter oder Espresso. Ein deutlicher Unterschied zum Original ist das Format: Die Cookies von Crunkie sind handgemacht, und jeder Cookie wiegt laut Crunkie 110 g. Eine Teigmenge aus Wakefields Originalrezept ergab dagegen 100 kleine Kekse. Welche Tricks für Schokoladen-Cookies Crunkie verrät, liest du im Crunkie-Blog.

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