Ein Dirty Matcha ist ein Matcha Latte, also Matcha mit Milch, meist auf Eis, zu dem ein Espresso gegeben wird. Laut Barista Magazine ist dabei ein doppelter Espresso üblich. „Dirty“ ist Café-Jargon für den Espresso-Zusatz und vom Dirty Chai übernommen. Ob Matcha oder Kaffee den Ton angibt, hängt vor allem von der Espressowahl ab. Die Autorin des Barista Magazine beschreibt das Ergebnis als leicht, erfrischend und erdiger als einen reinen Iced Matcha Latte.
Was ist ein Dirty Matcha?
Die Basis ist ein Matcha Latte: Matcha wird mit etwas Wasser angerührt und aufgeschlagen, dann kommen Milch oder Pflanzendrink und Eis dazu. Beim Dirty Matcha folgt zum Schluss ein Espresso oder ein starker Kaffee. So beschreiben es das Fachmagazin Barista Magazine und der Kaffee- und Teehändler Japanese Coffee Co. Eine feste Rezeptur gibt es nicht: Ob ein oder zwei Shots, Espresso oder Kaffee, heiß oder kalt, handhaben Cafés und Rezepte unterschiedlich.
Matcha selbst ist fein vermahlener Grüntee. Traditionell wird er aus Tencha hergestellt, einem Tee, dessen Sträucher vor der Ernte beschattet werden. Anders als bei Aufgusstee wird das Pulver nicht abgefiltert, sondern vollständig mitgetrunken. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Warum heißt er „dirty“?
Im Café-Jargon bedeutet „dirty“, dass ein Getränk, das normalerweise keinen Kaffee enthält, einen Espresso bekommt. Das Vorbild ist der Dirty Chai, ein Chai Latte mit Espresso. Mit Schmutz oder minderer Qualität hat der Name nichts zu tun. Optisch passt er trotzdem: Der dunkle Espresso trübt das helle Grün. Im englischsprachigen Raum kursieren außerdem die Spitznamen „Camo Latte“ und „Swamp Latte“. Mit zwei Shots wird aus dem Getränk ein „Double Dirty“.
Woher kommt der Dirty Matcha?
Wer zuerst Matcha mit Espresso kombiniert hat, ist nicht belegt. Manche verorten den Ursprung in Japan, den Popularitätsschub schreibt man meist Starbucks zu, wie das Barista Magazine zusammenfasst. Gut dokumentiert ist ein früher, prominenter Vorläufer: Laut QSR Magazine führte Starbucks im Herbst 2016 mit dem Teavana-Sortiment in über 6.200 Filialen in 16 Märkten in China und im Raum Asien-Pazifik den „Matcha & Espresso Fusion“ ein, ein geschichtetes Getränk aus Matcha, Milch und Espresso, heiß oder auf Eis. Das macht die Kette nicht zum Erfinder, zeigt aber, dass eine große Café-Kette die Kombination spätestens 2016 angeboten hat.
Wie schmeckt Dirty Matcha?
Im Dirty Matcha teilen sich Tee und Kaffee ein Glas, die Milch verbindet beides. Wie sich die Balance verschiebt, hängt stark von der Kaffeewahl ab, und hier sind sich die Quellen uneinig:
- Heller, fruchtiger Espresso: Das Barista Magazine empfiehlt etwa einen äthiopischen Single Origin, damit der Matcha nicht überdeckt wird. Dazu rät es zu hochwertigem Matcha in Ceremonial-Grade-Qualität.
- Dunklere, kräftigere Röstung: Japanese Coffee Co. argumentiert dagegen, ein heller Espresso könne unter Milch und Matcha untergehen.
Eine richtige Lösung gibt es also nicht. Wenn du den Tee in den Vordergrund stellen willst, liegt ein heller Espresso nahe. Soll der Kaffee deutlich herausschmecken, eher eine dunklere Röstung.
Auch beim Matcha begegnen dir unterschiedliche Bezeichnungen. „Ceremonial Grade“ wird meist als milder beschrieben, „Culinary Grade“ als kräftiger und bitterer. Verbindlich definiert sind diese Handelsbegriffe nicht. Das gilt sogar für den Begriff „Matcha“ selbst, wie die Fragen am Ende zeigen.
Dirty Matcha, Matcha Latte und Dirty Chai im Vergleich
Alle drei sind Milchgetränke auf Teebasis. Den Unterschied machen der Tee und der Espresso.
| Merkmal | Matcha Latte | Dirty Matcha | Dirty Chai |
|---|---|---|---|
| Teebasis | Matcha | Matcha | Chai (gewürzter Schwarztee) |
| Milch | ja | ja | ja |
| Espresso | nein | ja, oft doppelt | ja |
| Rolle des Namens | Grundgetränk | „dirty“ nach dem Vorbild Dirty Chai | Namensvorbild |
Dirty Matcha Rezept: so gelingen die Schichten
Das folgende Grundrezept beschreibt die kalte Variante, also den Iced Dirty Matcha, wie ihn Barista Magazine und Japanese Coffee Co. aufbauen. Die Tipps zur Schichtung stammen vom Händler Japanese Coffee Co. Sie sind physikalisch plausibel, aber keine dokumentierten Testergebnisse.
Du brauchst:
- Matcha nach der Zubereitungsangabe auf deiner Packung
- etwas Wasser mit 70 bis 80 °C
- Milch oder Pflanzendrink
- Eiswürfel
- einen einfachen oder doppelten Espresso, alternativ starken Kaffee
- nach Wunsch etwas Süße, zum Beispiel Vanillesirup oder Ahornsirup
- Matcha aufschlagen: Rühre das Pulver mit dem Wasser an und schlag es auf. Japanese Coffee Co. nennt 70 bis 80 °C für einen milden Geschmack und rät von kochendem Wasser ab.
- Basis süßen: Wenn du süßen möchtest, tu es jetzt. Laut Japanese Coffee Co. halten die Schichten besser, wenn die untere Schicht kalt und gesüßt ist.
- Glas füllen: Gib den Matcha ins Glas, dann Milch oder Pflanzendrink und Eis.
- Espresso zuletzt: Gieß den Espresso langsam ein, am besten über die Rückseite eines Löffels oder direkt auf einen Eiswürfel.
Wie viel Matcha du nimmst, richtet sich nach deiner Packung. Weil das Pulver vollständig mitgetrunken wird, empfiehlt die Verbraucherzentrale vorsorglich höchstens 1 g Matcha pro Tasse und höchstens drei Tassen am Tag, wenn auf der Packung keine Verzehrempfehlung steht.
Warum die Schichten verschwimmen
Die Schichten entstehen durch Dichteunterschiede zwischen Matcha-Milch und Espresso. Laut Japanese Coffee Co. wird das Glas trüb, wenn
- der Espresso zu schnell eingegossen wird,
- der Kaffee vor der Milch ins Glas kommt,
- die Basis ungesüßt ist oder
- alle Zutaten dieselbe Temperatur haben.
Dirty Matcha warm zubereiten
Ein Dirty Matcha muss nicht kalt sein. Schon der „Matcha & Espresso Fusion“ von 2016 wurde heiß oder auf Eis angeboten. Bei der warmen Variante verschwinden die Schichten allerdings weitgehend.
Varianten
- Double Dirty: mit zwei Espresso-Shots statt einem.
- Mit Sirup: Vanille- oder Ahornsirup in der Basis.
- Milchwahl: Kuhmilch funktioniert ebenso wie Pflanzendrinks. Haferdrink nennen die Quellen häufig.
Häufige Fragen zum Dirty Matcha
Ist Matcha in Deutschland ein geschützter Begriff?
Nein. Laut Verbraucherzentrale ist „Matcha“ lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Wie Matcha hergestellt sein muss und wie er sich von gewöhnlichem Grüntee abgrenzt, ist nicht definiert. Ob ein Produkt auf die traditionelle, aufwendige Weise hergestellt wurde, bleibt deshalb ungewiss.
Was ist ein Dirty Hojicha?
Ein Dirty Hojicha folgt demselben Prinzip wie der Dirty Matcha, nur mit Hojicha statt Matcha. Hojicha ist gerösteter Grüntee. Milch, Eis und Espresso bleiben, der Tee wechselt.
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