Ein Matcha Latte ist Matcha, also fein gemahlener Grüntee aus beschatteten Teeblättern, der mit Milch statt nur mit Wasser zubereitet wird. Kaffee gehört nicht dazu. Für die warme Variante wird das Pulver gesiebt, mit Wasser von etwa 80 °C schaumig aufgeschlagen und anschließend mit warmer oder aufgeschäumter Milch aufgefüllt. Das Teehaus Ippodo aus Kyoto nimmt dafür 3 g Matcha, 100 ml Wasser und 100 ml Milch.
Was ist ein Matcha Latte?
Ein Matcha Latte ist Matcha, der mit Milch zubereitet wird. So beschreiben es das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und das Teehaus Ippodo, das den Latte als Kombination aus Matcha-Pulver und Milch erklärt. Eine feste Rezeptur ist für das Getränk nicht festgelegt.
Die Basis ist Matcha: grüner Tee von der Teepflanze Camellia sinensis, der fein zu Pulver vermahlen wird. Die Teesträucher werden vor der Ernte beschattet, laut Verbraucherzentrale NRW üblicherweise etwa zwei bis drei Wochen lang. Für den traditionellen Matcha werden laut LGL die obersten zarten Blätter getrocknet, von Adern und Stängeln getrennt und in Steinmühlen vermahlen. Anders als bei Aufgusstee wird das Pulver nicht abgefiltert, sondern vollständig mitgetrunken.
Wie unterscheidet sich ein Matcha Latte von reinem Matcha und Kaffee-Latte?
Reiner Matcha wird nur mit Wasser zubereitet. Beim Matcha Latte kommt Milch dazu: Der Matcha wird zuerst mit wenig Wasser aufgeschlagen und dann mit warmer, oft aufgeschäumter Milch aufgefüllt. Den Milchschaum hat der Matcha Latte mit Kaffeegetränken wie Cappuccino oder Latte Macchiato gemeinsam. Die Basis ist aber Matcha statt Kaffee.
| Merkmal | Reiner Matcha | Warmer Matcha Latte |
|---|---|---|
| Zutaten | Matcha und Wasser | Matcha, Wasser und Milch |
| Matcha-Menge (Beispiel) | 1 bis 2 g laut Packungsangaben der vom LGL geprüften Produkte | 3 g im Rezept von Ippodo |
| Wasser | 80 bis 150 ml laut denselben Packungsangaben | 100 ml mit 80 °C |
| Milch | keine | 100 ml, warm oder aufgeschäumt |
| Kaffee | nein | nein |
Davon abzugrenzen ist der Iced Matcha Latte als kalte Variante mit eigener Zubereitung. Dieser Artikel behandelt ausschließlich den warmen Matcha Latte.
Matcha Latte Rezept für die warme Variante
Das folgende Grundrezept folgt der Matcha-Latte-Anleitung von Ippodo und ergibt eine Tasse mit rund 200 ml Flüssigkeit.
Du brauchst:
- 3 g Matcha, das sind etwa 1,5 gestrichene Teelöffel
- 100 ml Wasser mit etwa 80 °C
- 100 ml Milch oder Pflanzendrink
- ein feines Sieb, ein Gefäß zum Aufschlagen und einen Bambusbesen (Chasen)
- zum Aufschäumen der Milch zum Beispiel einen Milchaufschäumer
- Matcha sieben: Siebe das Pulver in das Gefäß, bevor Wasser dazukommt. Das Sieben vor dem Aufgießen empfiehlt Ippodo ausdrücklich. Es ist der Schritt, mit dem du Klumpen vorbeugst.
- Wasser abkühlen lassen: Das Wasser sollte etwa 80 °C heiß sein. Der Tipp von Ippodo: Gieß kochendes Wasser zuerst in eine Tasse. Dabei kühlt es auf ungefähr 80 °C ab.
- Aufschlagen: Gib die 100 ml Wasser auf den Matcha und schlag ihn etwa 15 Sekunden lang kräftig in M-förmigen Bewegungen mit dem Bambusbesen auf, bis sich Schaum bildet.
- Milch dazugeben: Erwärme die 100 ml Milch oder schäum sie auf und gib sie zum aufgeschlagenen Matcha.
Matcha Latte Zubereitung: Temperatur, Menge und Milchschaum
Wie heiß sollte das Wasser sein?
Ippodo arbeitet für den Matcha Latte mit 80 °C. Auch das LGL nutzt 80 °C für seine standardisierte Prüfzubereitung, bei der 1 g Matcha in 100 ml Wasser angerührt wird, wenn die Packung keine Angabe macht. Das ist allerdings eine amtliche Prüfmethode und kein Latte-Rezept. Der Teehändler Yunomi nennt für die Verkostung 70 bis 80 °C. Mit sprudelnd kochendem Wasser arbeitet keine dieser Anleitungen. Ippodo lässt es ausdrücklich erst abkühlen.
Wie viel Matcha gehört in einen Matcha Latte?
Eine einheitliche Menge gibt es nicht. Ippodo nimmt für einen Latte 3 g. Auf den Packungen der Produkte, die das LGL 2024 untersucht hat, reichten die Zubereitungsangaben von 1 bis 2 g Pulver auf 80 bis 150 ml Wasser. Weil das Pulver vollständig mitgetrunken wird, rät die Verbraucherzentrale NRW, die Verzehrempfehlung auf der Packung zu beachten. Fehlt eine solche Angabe, empfiehlt sie vorsorglich höchstens 1 g Matcha pro Tasse und bis zu drei Tassen am Tag. Orientiere dich deshalb an der Angabe auf deiner Packung und nimm im Rezept bei Bedarf entsprechend weniger Pulver.
Wie warm sollte die Milch sein?
Ippodo nennt keine Milchtemperatur. Für guten Milchschaum empfiehlt Barista Eric Wolf im Interview mit der Stiftung Warentest 65 bis 70 °C. Ist die Milch zu kühl, gelingt laut seiner Aussage kaum guter Schaum. Die Angabe stammt aus dem Kaffeebereich. Eine eigene Temperaturempfehlung speziell für den Matcha Latte enthalten die genutzten Quellen nicht.
Kuhmilch oder Pflanzendrink: Was schäumt gut?
Ippodo empfiehlt, einfach die Milch zu nehmen, die du am liebsten magst. Das Teehaus selbst verwendet für den Matcha Latte oft Sojamilch.
Für den Schaum kommt es vor allem auf das Eiweiß an. Laut Stiftung Warentest bestimmt der Proteingehalt die Schaumeigenschaften. Im Milchaufschäumer-Test (2018, aktualisiert 2023) lieferten alle vier geprüften Sorten gute Ergebnisse:
- Frischmilch mit 3,5 % Fett
- laktosefreie H-Milch
- Sojadrink
- ungesüßter Mandeldrink
Der Mandeldrink enthielt nur 0,5 g Eiweiß pro 100 ml, die übrigen Sorten etwa 3 bis 3,5 g. Bei Porengröße, Konsistenz und Mundgefühl schnitt er deshalb etwas schlechter ab. Haferdrink war nicht Teil des Tests. Wer cremigen Schaum möchte, dem empfiehlt Barista Eric Wolf frische Vollmilch mit mindestens 3,5 % Fett. Auch das ist eine Empfehlung aus dem Kaffeebereich.
Welcher Matcha passt zum Matcha Latte?
Ippodo empfiehlt für einen Latte eher leichtere oder mittlere Sorten. Herbere Matcha-Sorten bilden laut dem Teehaus ein Gegengewicht zur Süße der Milch, reichhaltigere Sorten ergeben einen cremigeren Latte. Das ist eine Empfehlung des Herstellers, kein allgemeiner Standard.
Beim Einkauf hilft die Bezeichnung allein nur begrenzt: Laut Verbraucherzentrale NRW ist „Matcha“ in Deutschland lebensmittelrechtlich nicht geschützt. Ein Blick auf Zutatenliste und Produktbeschreibung lohnt sich daher. Dieser Hinweis ist eine allgemeine Verbraucherinformation und keine rechtliche Bewertung einzelner Produkte.
Muss ein Matcha Latte gesüßt werden?
Nein. In der Grundanleitung von Ippodo besteht der Matcha Latte nur aus Matcha, Wasser und Milch. Den Ausgleich zur Herbe des Tees bringt dort die Milch. Ob und womit du zusätzlich süßt, entscheidest du nach deinem Geschmack.
Häufige Fragen zum Matcha Latte
Brauche ich „Ceremonial Grade“ für einen Matcha Latte?
Einen verbindlichen Maßstab dafür gibt es nicht. Laut dem Teehändler Yunomi existiert für Bezeichnungen wie „Ceremonial“, „Latte“ oder „Culinary Grade“ kein objektiver Industriestandard. Die Begriffe wurden von westlichen Importeuren eingeführt, und jeder Händler teilt seine Sorten selbst ein.
Woran erkenne ich, wie viel Matcha in einem Fertigprodukt steckt?
Am Zutatenverzeichnis. Wird Matcha auf der Vorderseite einer Verpackung hervorgehoben, muss laut Verbraucherzentrale NRW die Menge im Zutatenverzeichnis stehen. Manche Matcha-Produkte wie Drinks oder Müsli enthalten nur 0,5 bis 2 % Matcha. In Teemischungen fand das LGL 1 bis 5 % Matcha neben grünem Tee.
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